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Donnerstag, 1. September 2016
365-Entdeckungen Startseite
Meeresmuseum

Entdeckung Nr.53

Viel Eisen für ein Netz

Tonnenschwer wirken die massigen Eisenkugeln des Rollengeschirrs, die großen, runden Scherrbretter und die mächtigen Stahlketten. Die Kugeln erinnern auch an Wasserminen oder Bomben. Doch gesprengt wird damit nicht, obwohl Fischer die enormen Gewichte samt Rollen auch unter der Bezeichnung „Bombergeschirr“ kennen. Schleppnetze, wie sie heute in Gebrauch sind, haben mittlerweile solch enorme Dimensionen, dass man nur noch verkleinerte Modellnachbildungen zeigen kann. Sogar in der weitläufigen Katharinenhalle des Deutschen Meeresmuseums sind nur die massiven Teile eines dieser riesigen Fangnetze im Original ausgestellt.

 

Diese Fischereigeräte und enormen Lasten aber sind notwendig, um ein Grundschleppnetz im Fahrtsog weit geöffnet und am Boden zu halten. Im Gefolge eines Fangschiffes werden so am Meeresgrund lebende Fische wie Schollen, Heilbutt, Flundern oder Seezungen aufgescheucht und im Netz gefangen.

 

Angesichts dieser stählernen Konstruktion wird aber auch leicht verständlich, dass die Fischerei mit Grundnetzen aus Umweltsicht heftig in der Kritik steht. Abhängig von der Beschaffenheit des Meeresbodens führt das Rollengeschirr oftmals zu erheblichen Schädigungen an den bodenansässigen Ökosystemen. Beim Abfischen der Speisefische werden die Bodenstruktur sowie andere Meerestiere und Pflanzen stark beeinträchtigt. Auf dem meist sandigen Ostseegrund sind die Schäden aber weniger nachhaltig als etwa an den Kaltwasserkorallenbänken vor der Küste Norwegens. Zerstörungen an den Korallenbänken bleiben über lange Zeit wirksam. In diesen Bereichen der Nordsee ist aus diesem Grund die Grundnetzfischerei bereits verboten.


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